Lublin, Lublin, wir fahren nach Lublin!

…hieß es Ende Juli für zwei Mitglieder des Slackline Vereins Hamburgs und einem probierfreudigen Trickliner aus den Niederlanden. Mehr oder weniger spontan sind wir also eine Reise angetreten die allein für die Anreise 1110 Autobahnkilometer, 19 Stunden Autofahrt und diverse Zwischenstopps benötigte, um das 10-jährige Jubiläum des Urban Highline Festivals in Lublin mit zu erleben.

Vor Ort erwartete uns auch dieses Jahr eine Stadt im absoluten Ausnahmezustand. Die kleine und beschauliche Altstadt wird in der Woche des “Carnaval Sztukmistrzow” jedes Jahr zur Arena für Straßenkünstler aller Art, umringt von schaulustigen Passanten und nicht zu vergessen ca. 150 Highlinern, oder solchen die es werden wollen. Diese haben in Lublin die wundervolle Möglichkeit im Rahmen einer verträumten historischen Kulisse, ihrer Leidenschaft, dem Balanceact, in luftiger Höhe und in sommerlicher Atmosphäre nachgehen.

Das Wetter war während der ganzen Woche fantastisch, so dass wir entspannt in dem Highliner Camp in Fußnähe zur Altstadt untergekommen sind. Das Camp war gespickt mit unzähligen Zelten, Hängematten und (selbstverständlich) Slacklines in allen erdenklichen Variationen. Kurze Anfängerlines, Longlines, Tricklines und unzähligen Rodeos in allen Längen und Schwierigkeitsgraden luden zum Rumspielen und Ausprobieren ein. Während der abendlichen Rodeo-Partys im Hauptzelt konnte man sich von den Pros inspirieren lassen und sein eigenes Limit austesten, neue Tricks probieren und sich selbst pushen.

 

Tagsüber war jedoch das historische Rathaus im Zentrum der Stadt deMittelpunkt des Geschehens. Das rechteckige Gebäude eignet sich perfekt um ca. 10 Slacklines zwischen 20-40m und eine Trickline genau über der Fußgängerzone der Stadt aufzubauen. Geriggt waren verschiedenste Lines aus Polyester und Nylon, normale Lines und Tubulars, manche waren eher statisch und andere super strechy. Die Wartezeiten waren extrem kurz und die Lines konnten freigewählt werden, so dass man viel ausprobieren und testen konnte. Erfreulicherweise gab es keine zeitliche Begrenzung für die einzelnen Teilnehmer. Jeder hatte daher genügend Zeit auf den Lines und trotzdem sind alle auf ihre Kosten gekommen. Passanten und Schaulustige konnten durch die spektakuläre Location in der Stadtmitte während ihres Mittagsessens die Balancekünstler über ihren Köpfen spazieren und fliegen sehen.

 

Neben den kürzeren Midlines (20-40m) die sich ganz wunderbar für Einsteiger und Neulinge anboten, gab es noch einige weitere Herausforderungen für geübtere Highliner. Der Aufstieg zu den sog. Churchlines über die Treppen eines alten Kirchengebäudes war bereits beeindruckend, der Blick auf das mit Slacklines gespickte Rathaus jedoch ebenfalls ganz besonders nennenswert. Die beiden Slacklines mit 30m und 35m waren bei erfahrenen Highlinern sowie Pros besonders beliebt. Die dadurch entstehenden Wartezeiten wurden allerdings enorm durch die Darbietungen der Highliner verkürzt und waren somit alles andere als langwierig. Diskussionen und lebendiger Austausch über verschiedene Techniken und diversen Tricks rundeten das Bild ab.

Doch auch dieses Erlebnis wurde noch einmal getoppt durch den Aufstieg auf die oberste Etage einer Kirche im Zentrum der Stadt. Dort warteten 60m Feather Pro darauf gelaufen zu werden, während die gesamte Lubliner Fußgängerzone den Highlinern dabei zusah.

Als abschließende Herausforderung zum Ende der Woche hatte sich die Gruppe um die Hamburger Slackliner die Skyscraper Lines vorgenommen. Während die Wartezeit im Bürogebäude mit Aufwärmübungen und Yoga verkürzt wurde, zogen am Abend am Horizont dunkle Wolken auf, die ein ungemütliches Unwetter ankündigten. Glücklicherweise war trotzdem noch genügend Zeit um bedenkenlos auf die drei Lines zwischen 60m und 80m zu gehen und diese zu bezwingen.

Abends gab es immer reichlich Programm durch den Organisator. Neben den nächtlichen Slacksessions warteten zum Beispiel auch fesselnde Vorträge von verschiedenen Pros über ihre spannenden Projekte und eine Tombola auf die Highliner.

Neben den Highlines und den abendlichen Partysessions wurde von den Organisatoren tagsüber verschiedenste Workshops angeboten. Es gab mehrere Rescue-Workshops, man konnte sich von der ISA als “certified Slackline Instructor – C” ausbilden lassen oder auch einfach nur an den Ständen von Slacktivity, Slackhouse und Balanceur.ro ausgiebig Gear und Accessories einkaufen.

Die Slack- und Highline Community zeichnet sich bereits im normalen Alltag durch ihre offene, kreative und positive Art und den internen Zusammenhalt aus. Im Laufe des Festivals war dies an allen Stellen zu bemerken. Wenn die Tage zusammen verbracht wurden und in den Zeiten zwischen den Lines gemeinsam (Acro-)Yoga praktiziert, jongliert, gekocht oder anderweitig entspannt wurde, herrschte aller Orts eine herzliche und ausgelassene Atmosphäre in der sich jeder willkommen fühlt.

Alles in allem war die Woche ein inspirierendes Erlebnis und die Zeit mit der internationalen Slackline Community wie immer eine ganz besondere. Danke an alle Beteiligten <3

Wir freuen uns auf das nächste Jahr, wenn es wieder heißt: Lublin, Lublin, wir fahren nach Lublin!

 

Für weitere Impressionen besucht die offizielle Website des UHFs. 

   

 

 

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.